Demo_unscharfEine rundum gelungene Demonstration für den Erhalt der Anne-Frank-Realschule (AFR) am vergangenen Mittwoch in Greven. Mit geschätzt 350 bis 400 Personen übertraf die Beteiligung – besonders angesichts der Uhrzeit – alle Erwartungen. Selbst das Wetter hat sich auf die Seite der AFR gestellt. Genau in dem Zeitfenster, als die Demonstration stattfand, hellte es auf. Bei strahlendem Sonnenschein stiegen 500 Luftballons in den Himmel auf, um die große Verbundenheit mit der AFR zu unterstreichen – ein tolles Bild. „Was uns insbesondere gefreut hat ist, dass sich auch sehr viele Nicht-Realschuleltern an der Demonstration beteiligt haben. Eltern mit Kindern auf anderen Schulen oder im Kindergartenalter waren ebenso dabei wie Arbeitgeber und Grevener Bürger, die ebenfalls mit dem Vorgehen der Ratsmehrheit nicht einverstanden sind“, so der Sprecher der Bürgerinitiative Realschule Dr. Karl-Heinz Tölle.

Als vor dem Rathaus dann zum Abschluss der Veranstaltung die zentralen Forderungen und Argumente der Demonstrationsteilnehmer durch den Sprecher der Bürgerinitiative Realschule noch einmal formuliert wurden, ließen sich die Sekundarschulbefürworter – mit Ausnahme von Ernst Reiling von Reckenfeld direkt – nicht blicken. Außerdem: Vom Bürgermeister war weit und breit nichts zu sehen und die Fenster des Rathauses wurden nach und nach verschlossen. Nun mag sich jeder Grevener Bürger selbst fragen, ob die Lokalpolitiker damit ihrem Vertretungsanspruch gerecht werden – Größe, sich den Kritikern öffentlich zu stellen, sieht jedenfalls sieht anders aus.

Damit die wichtigsten Botschaften beim Bürgermeister und den Mitgliedern aus dem Schulausschuss und dem Stadtrat dennoch ankommen hier noch einmal die Ansprache vorm Rathaus:

Sehr geehrter Herr Bürgermeister, sehr geehrte Schulausschussmitglieder, sehr geehrte Ratsmitglieder,

wir sind hier, wir sind laut, weil Ihr uns die Schule klaut.

Unsere Wut ist groß und unsere Entschlossenheit für die Anne-Frank-Realschule zu kämpfen ebenfalls. Wir Eltern lassen nicht alles mit uns und unseren Kindern machen. An uns Eltern an uns Bürgern der Stadt geht kein Weg vorbei – unsere Kinder dürfen nicht zum Spielball der Grevener Politik werden.

Die gut funktionierende und lebende Anne-Frank-Realschule muss bleiben.
wir wollen den Halbtag als Alternative,
wir wollen die klaren Stukturen der Realschule für unsere Kinder
wir haben mit der Gesamtschule ein integratives Ganztagsangebot für die Kinder – da brauchen wir nicht noch deren kleine Schwester, die Sekundarschule
zusammengefasst: Wir wollen die Schulvielfalt in Greven erhalten

Eine Sekundarschule ist unter den Bedingungen in Greven für Greven keine Alternative. Neben dem Gymnasium und der Gesamtschule wird die Sekundaschule scheitern.

Es gibt genügend Negativbeispiele für Sekundarschulen aus dem Münsterland und aus ganz NRW – schauen Sie endlich dahin. statt krampfhaft positive Einzelbeispiele zu suchen.

Schauen Sie sich in den Leitfaden zur Errichtung einer Sekundarschule genau an, den das Schulministerium in Düsseldorf herausgegeben hat. Da sind wesentliche Voraussetzungen formuliert. Halten Sie sich nicht daran, ist der von Ihnen immer wieder zitierte Schulkonsens in NRW ohnehin Schall und Rauch.

Suchen Sie endlich sinnvolle Lösungen für die Kinder, die in Greven keinen Schulplatz finden. Sprechen Sie mit den Nachbargemeinden, suchen Sie nach akzeptablen Transportmöglichkeiten statt alle Alternativen von vornherein zu blockieren.

Über welches Problem reden wir hier eigentlich? Schauen Sie auf die Zahlen und machen Sie diese öffentlich – Entscheidungen ohne belastbare Zahlen zu treffen, ist verantwortungslos. Legen Sie diese Zahlen weiterhin nicht offen auf den Tisch, müssen wir davon ausgehen: In Greven wird gemauschelt.

Das Ende der Realschule würde die gesamte Schullandschaft in Greven durcheinander bringen. Das Gymnasium und die Gesamtschule wären davon auch betroffen und es würde viele Kinder in die Nachbarorte treiben.

Fragen Sie Ihre Bürgerinnen und Bürger und machen Sie keine Politik über deren Köpfe hinweg. Die Kastanien im Niederort waren es Ihnen wert, die Bürger zu befragen. Unsere Kinder – unsere Zukunft – ist Ihnen das nicht wert? Stattdessen setzen Sie auf die Befragung weniger Eltern? Damit entscheidet eine kleine Minderheit, was eine Mehrheit nicht will. Demokratie sieht anders aus!

Hier und heute wird nicht Schluss sein mit der Diskussion. Selbst wenn Sie die rechtlich vorgegebenen Absichtsbekundungen der Eltern für die Sekundarschule zusammen bekommen. Letztendlich entscheiden dann die verbindlichen Anmeldungen im kommenden Jahr – spätestens dann werden Sie auf die Nase fallen. Wollen Sie diesen weiteren Schwebezustand? Der Schulfrieden ist doch jetzt schon massiv gestört!

Sehr geehrter Herr Bürgermeister, sehr geehrte Schulausschussmitglieder, sehr geehrte Ratsmitglieder, lenken Sie endlich ein und sprechen Sie sich für den Erhalt der AFR aus!

Wir sind stark und wir bleiben laut, wenn man uns die Schule klaut!

Wir sind hier, wir sind laut, weil man uns die Schule klaut!

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